Was essen wir 2020? - Eindrücke aus 2010

Nach der mißglückten Filmvorführung am 11.11. gibt es jetzt den 45 minütigen Film "Was essen wir 2020?" über das agrarpolitische Sommerspektakel auf Youtube in 4 Teilen anzusehen.

Eine 3-teilige Radiosendung mit Live-Interviews und Eindrücken vom Sommerspektakel 2010 gibt's hier zum Anhören: http://cba.fro.at
Einfach im Suchfeld oben rechts "sommerspektakel" eingeben und Enter drücken.
Danke an die Freien Radios Freistadt und Salzkammergut fürs Senden! Auch die Sendung vom Freien Radio Kirchdorf ist dort zu finden.

Wer lieber den Tourbericht und die Zusammenfassung der Erlebnisse lesen möchte, kann sich hier durch den spektakulären Endbericht blättern:

Click here to download:
Spektakulärer_Endbericht.pdf (1.76 MB)
(download)

 

Das Agrarpolitische Sommerspektakel - Präsentation in Wien

Sommerspektakel_plakat_1111

Die Sommerspektakel-Gruppe präsentiert ihre Theater-/ und Diskussionstour durch Oberösterreich vom Sommer 2010.

Wann? am 11. November um 18:30 Uhr

Wo? in der TÜWI-Baracke bei der BOKU, Peter-Jordan Str. 76, 1180 Wien

Programm ist:

  • Premiere des Films "Was essen wir 2020" (45 min. Dokumentarfilm über das Sommerspektakel)
  • Diskussion und weitere Aktionen
  • Gemeinsames Essen: Vokü
  • Live-Musik im Tüwi (Solifest für ein Projekt in Kenia)

Eintritt frei! Freie Preise für Vokü und Soli-Konzert

Das sommerspektakel lädt ein!

GAP-Reform 2013: Subventionen oder Subsistenz oder was?

Einladung zum agrarpolitischen Sommerspektakel!

mit Kinderprogramm, Diskussion, Film, Theater, Spektakel und gemeinsamem Essen und Trinken ...

vom 18. Juli bis 10. August in Oberösterreich.

Sommerspektakel_mail

 Studierende aus Wien fragen sich:
Was essen wir 2020?
und suchen auf Ihrer OÖ-Tour Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ...

Stationen:
Mo, 19.7. Neuhofen
Mi, 21.7. Steinbach/Attersee
Fr, 23.7. Gmunden
So, 25.7. Schlierbach
Di, 27.7., Mi, 28.7. Windischgarsten
Fr, 30.7. Adlwang
Di, 3.8. St. Agatha
Do, 5.8. und Fr, 6.8. Arnreit
So, 8.8. Sonnberg
Di, 10.8. Bad Zell

 

Taschen packen und letzte Vorbereitungen ...

Hey - heute sind wir in Karins Wohnung noch die Todo's durchgegangen - es scheint fast alles zu klappen, bis auf die Dinge, die wir vergessen haben ;-)  aber so ist das ja meist mit dem Verreisen. Lena hat noch ein tolles Kinderprogramm vorgestellt - einge interaktive Geschichte vom Essen und wo es herkommt - mehr verrat ich jetzt nicht ;-)

Morgen kommen wir dann so gegen abends in Ranshofen bei der Attac-sommerakademie an und freuen uns schon riesig auf Franziskus Agrar-Workshop. Da werden wir noch mal so richtig in die Materie der Ernährungssouveränität eintauchen, wir wollen ja schließlich gut vorbereitet sein.

Morgen gehts ab mit Bus und Zug - Fahrräder schmieren - Flickzeug nicht vergessen und Zahnbürstel ... jo, i hör eh schon auf!

*spannend*

p.s. die großen Plakate *glänz* können sich sehen lassen. Karin hat sie gestern an die Freunde vor Ort versandt - Vielen, vielen Dank fürs Plakatieren!

Kostüme und Theaterwagen-"tuning"

Nach aufmerksamen Vormittagsstunden, in denen wir uns in Franziskus Agrar-workshop auf der Attac-Sommerakademie nochmal theoretisch mit dem Konzept der Ernährungssouveränität auseinandersetzen, packen wir auch ordentlich an!

Kostümieren und ein Presse foto ist schnell gemacht - auf Anfrage schicken wir gerne die "back-stage"-Fotos zu!

Danach gehts zur Gestaltung des Theaterwagens: bei 35 Grad im Schatten - Abschleifen - Baden gehen - und mit der tatkräftigen Unterstützung der Ranshofener Jugend - geht auch das Bemalen recht flott! Und die Eltern hatten Gratis-Kinderbetreuung.

Im Lauf des Abends nahmen auch die Rollenbilder fürs Theater immer konkretere Formen an(AgrarpolitikerIn, StudentIn/KonsumentIn aus Wien, Bauer/Bäuerin aus OÖ, Bauer/Bäuerin aus Afrika, SaatgutkonzernvertreterIn, WissenschaftlerIn)

Morgen Samstag peilen wir für den Abend die erste Durchlaufprobe an - Generalprobe am Sonntag und am Montag dann die erste Aufführung!

Wir hoffen auf eine Abkühlung, damit uns morgen der Kopf nicht aussetzt: Das Interesse in Ranshofen an unserer Arbeit ist zumindest schon geweckt!

Freuen uns auf euren Besuch! 

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Herzlich Willkommen bei unserem Sommerspektakel

„Einen wunderschönen guten Abend – Herzlich Willkommen bei unserem agrarpolitischen Sommerspektakel", so beginnt unser abendliches Programm. Und enden tut es meistens nicht vor Mitternacht, nach Kinderprogramm, Vorstellrunde, Theater, Film, Essen und fesselnden Diskussionen. Dann abbauen, müd ins Bett fallen. Denn am Morgen geht’s nach dem Frühstück schon auf zur nächsten Station. Radln, Traktor fahrn, den großen Theaterwagen-Anhänger im Schlepptau, beim Ankunftsort die Zelte aufschlagen, Gaskocher auspacken, erst mal einen Kaffee trinken, nächste Schritte planen, Gegend erkunden, vielleicht noch ein kleines Bierchen am Lagerfeuer und müde ins Bett fallen. Und weiter geht’s am darauffolgenden Vormittag. Mit den Radln klappern wir die Bauernhöfe der Region ab, laden ein zum Spektakel und fragen nach Nahrungsmitteln, die sie uns zum Kochen für die Veranstaltung geben können. Aus dem wird dann der leckere Abendschmauß zubereitet, gleichzeitig wird aufgebaut – Bierbänke, Tische, Infostand, Bühne, was fehlt noch? Kinderprogramm ab 17 Uhr, und dann: „Einen wunderschönen guten Abend – Herzlich Willkommen bei unserem agrarpolitischen Sommerspektakel!

 

[lena]

 

 

 

 

Mo, 19.7. Neuhofen/Inn

In Neuhofen fand unsere erste Veranstaltung in der Hofeinfahrt von Florian Gadermeiers Oma statt. Die Aufregung war groß – wie würden wir wohl bei Bäuerinnen und Bauern im Innviertel ankommen? Fünf Minuten vor Beginn, und die BesucherInnen-Zahl konnten wir an einer Hand abzählen. Doch da muss man sich zu helfen wissen, und einfach noch ein wenig warten. Die etwa 30 BesucherInnen waren dann glücklicherweise auch recht angetan von unserem bunten Programm und dem leckeren Volxküchen-Essen.

Dass bei der Essensausgabe verschieden große Portionen ausgeteilt wurden – je nachdem, welche Lose die BesucherInnen zogen und welche Menschen sie dadurch repräsentierten – missfiel wohl vor allem dem Ortsbauern. Er verdrückte tapfer seine zwei Kartoffeln und bestand stur darauf, dass er als brasilianischer Landloser schon satt sei und keine größere Portion mehr wolle. Andere ließen jedoch die ungerechte Verteilung der Nahrungsmittel nicht auf sich sitzen. Sie bedienten sich stattdessen des Ernährungssouveränitäts-Schöpfers, mit dem sie schließlich die Größe ihrer Volxküchen-Portion selbst bestimmen konnten.

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[lena]

Die Diskussion gestaltete sich vor allem aufgrund der konträren Meinungen über die bestehende Agrarpolitik, Subventionsverteilung, „Bauernsterben" und Nahrungsmittelpolitik sehr abwechslungsreich und spannend. Dass die aktuelle Situation nicht zufriedenstellend ist, dass die meisten Höfe in der Gegend schon schließen mussten oder das Bäuerinnen-/Bauern-Dasein nur noch als Nebenerwerb möglich ist, darin herrschte jedoch Konsens. Dass viel mehr miteinander gesprochen werden muss, dass Bauern und Bäuerinnen wieder gemeinsam in Diskussion treten und ihre Interessen und Meinungsverschiedenheiten artikulieren und nach Lösungen suchen, und dass auch die Wünsche von KonsumentInnen und ProduzentInnen nicht unbedingt konträr sein müssen, dass waren wichtige Resultate der langen Diskussion. Der Bauernbund-Obmann, der am frühen Abend noch griesgrämig über seinem Kartoffel-Teller gesessen war, kündigte zum Abschluss sogar noch weitere Veranstaltungen an, in denen die Thematik vor Ort weiterdiskutiert werden könne. Nach der Diskussion, die um halb 12 endlich ihr positives Ende fand, diskutierten wir in Kleingruppen noch bis nach Mitternacht weiter. Ein gelungener erster Abend, fanden wir alle!

Mi, 21.7. Steinbach/Attersee

Nach einigen Schwierigkeiten auf der Reise von Neuhofen nach Steinbach, dem Abhandenkommen eines unserer RadelfahrerInnen und einem Theaterwagen-Unfall und dem drei Kilometer steil nach oben führendem Endspurt erreichten wir schließlich spät am Abend den Bauernhof von Christine Pichler-Brix. Auch am nächsten Tag, dem 21.7., bereiteten uns die Bauernhof-Besuche in der bergigen Gegend viel Schnaufen und Schwitzen. Interessante Gespräche konnten wir jedoch somit schon am Nachmittag mit einigen Landwirten und Landwirtinnen führen. Dass viele abends dann nicht kommen konnten, lag an den zwei Konkurrenz-Veranstaltungen im gleichen Ort, unter anderem dem Blasmusik-Konzert 50 Meter weiter, dessen Beschallung auch während unseres Spektakels für eine beschauliche Stimmung sorgte.

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Unser Spektakel fand unter freiem Himmel im Freizeitzentrum von Steinbach statt. Mit einem bunten Publikum aus etwa 30 jungen Leuten, Landwirtinnen und Landwirten, Tierarzt und Feriengästen aus Bayern wurde auch hier unsere Veranstaltung gut aufgenommen. Eine Bäuerin mit einem mehrere Jahrhunderte altem Hof beklagte, dass sie ihren Hof in ein paar Jahren aufgeben werden müssen und ihr Sohn, der ihn gerne übernehmen würde, kaum Zukunftsaussichten hätte. Vor allem, wenn bei der GAP-Reform 2013 noch mehr Subventionen für Klein- und Bergbäuerinnen und –bauern wegfallen. Sehr unzufrieden zeigte sie sich über ihre Standesvertretung, die die Interessen der Keinbäuerinnen und Kleinbauern nicht berücksichtige. Christine Pichler-Brix sprach sich sehr positiv über die ÖBV aus, mit welcher sie sich verbunden fühlt mit Landwirtinnen und Landwirten mit ähnlichen Interessen. „Ohne die ÖBV wäre ich jetzt keine Bäuerin", meinte sie. Sie bewirtschaftet einen kleinen Bio-Mutterkuh-Betrieb, auch einige Schweine, Hühner und einen Gemüsegarten hat sie.

Nach einem gemütlichen Tag nach der Veranstaltung, der aus Kaffee trinken, im Gras liegen und die Berglandschaft bestaunen bestand, und nach einem kurzen Erfrischungsbad im Attersee, machten wir uns mit Rad, Traktor und Auto auf zur nächsten Station. …dass unser Auto nach fünf Minuten schon ohne Diesel am Straßenrand liegen blieb, verschweigen wir hier lieber…

[lena]

Fr, 23.7. Gmunden

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Unser See-Hopping geht weiter, vom Attersee hüpfen wir gleich weiter in den schönen Traunsee in Gmunden. Nachdem wir unsere Bäuche mit Pizza gelabt haben, eine kleine Jamsession auf dem Parklpatz vorm See eingelegt haben, geht’s bei Dunkelheit und anfangendem Sturm den Hügel hinauf zum Hof von Ferdinand Seyrl-Bergthaler.

 

 

Die Zelte sind schnell aufgebaut, und kaum stehen sie, beginnt auch schon das Unwetter.

Am nächsten Tag ist’s wieder einigermaßen sonnig und die Vorbereitungen für die Veranstaltung können nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Weide beginnen. Bauernhoftour, einkaufen mit Theaterwagen beim Bauernmarkt und Theaterstück proben steht auf dem Programm. Das kurzfristig organisierte Zelt wollen wir gerade auf dem Museumsplatz mitten im Stadtkern aufbauen, als die Regenschauer einbrechen. Nach einigen kläglichen Versuchen geben wir schließlich auf. Zusammen mit der Mai-Moon Theatergruppe des Wieserhoisl-Kollektivs (Mira, Eva, Tina, Antony und die drei Kinder), die am Nachmittag eingetroffen waren, flüchten wir uns ins Stadtcafé und von dort aus ins Haus von Rosi, deren Mutter in Gmunden wohnt. Schade, dass diese Station ausfallen musste, aber bei so starkem und nicht enden wollendem Regen hilft auch kein Zelt. Drinnen bei der Rosi wars dann doch gemütlicher…

 

 

 

So, 25.7. Schlierbach

Endlich fühl ich [Berni] mich gesund genug, auf der Tour dabei zu sein. Die Vorfreude auf der Zugfahrt nach Kirchdorf an der Krems steigert sich bis ins Riesenhafte. Dann mit dem Rad rauf nach Schlierbach. Plakate vom Sommerspektakel, Hühner- und Schweineweiden neben der Straße. Später erfahre ich, dass sie zum Teil unserem Gastgeber, Martin Tragler gehören.

Dann um cirka 17.15 h komme ich beim wunderschön ausgebauten Pavillon der Landwirtschaftsschule Schlierbach an – mitten ins grade noch etwas chaotische Kinderprogramm. Es wird gemalt und jongliert, in Gruppen gespielt und Geschichten erzählt. Auch um die 20 Erwachsene haben sich schon versammelt; zusätzlich zu uns. Fast 15 Leute sind grad am Programm beteiligt. Das Kochen ist im vollen Gange und unsere Unterkunft in der Turnhalle ist 1A.

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Um cirka 20.15 h startet dann endlich das Abendprogramm. Erstmals – nachdem Gmunden ins Wasser gefallen war – bereichert auch die Theatergruppe vom Wieserhoisl-Hofkollektiv, „Mai Moon" mit ihrem 4-sprachigen Theaterstück über die Saatgutproblematik unser Programm. Die Begeisterung im Publikum ist spürbar.

Essen, Filmtheater. Danach eine ausgedehnte Diskussion mit Tragler Jun. & Sen. und Wolfgang Pirklhuber von den Grünen Bäuer*innen als Hauptakteure. Das Bio-Austria-Zentrum in Schlierbach ist stark präsent. Viel Information und konkrete Daten.

Der unter 60 Gästen fast einzige, bei der Diskussion anwesende konventionelle Bauer verlässt cirka zur Halbzeit der fast zweistündigen Diskussion den Raum. Zuviel Bio war mein Eindruck. Insgesamt auch ein recht hohes Niveau – manche meinen zu hoch, um für alle Anwesenden verständlich zu sein.

Insgesamt hatten wir bis jetzt in Schlierbach die größte und vielfältigste Veranstaltung. Ein Riesendank an Martin Tragler und alle anderen Beteiligten für die super Veranstaltung!

 

(berni)